Frequently Asked Questions

Q? Der Architekt – Welche Voraussetzungen bringt er mit?

A.

Die Berufsbezeichnung "Architekt" ist gesetzlich geschützt. Die Zugangsvoraussetzungen zum Architektenberuf sind strikt geregelt. Zunächst bedarf es des Studiums der Architektur an einer Universität oder Hochschule.

Der erfolgreiche Abschluss berechtigt noch nicht dazu sich "Architekt" zu nennen. Vor die Eintragung in die Architektenliste, wird eine dreijährige Berufspraxis unter Anleitung eines eingetragenen Architekten vorausgesetzt. Während dieser "Lehrzeit" muss der "Absolvent im Praktikum" alle grundlegenden Tätigkeiten, vom Entwurf über die technische und wirtschaftliche Planung, Bauleitung und Abrechnung durchlaufen. Flankiert wird dies durch entsprechende theoretische Lehrgänge der Architektenkammer. Erst dann sind die  Voraussetzungen der Eintragung erfüllt. Erst dann kann sich der Architekt niederlassen. Und die Berufsordnung verlangt ihm allerdings auch dann noch die laufende Fortbildung ab.

 

Diese Vorschriften dienen letztlich dem Schutz des Bauherrn, der sich bei Beauftragung eines Architekten auf ein hohes Niveau verlassen können soll, sind also, im besten Sinne, Verbraucherschutz. Wer sich als Architekt bezeichnet ohne Architekt zu sein, oder einen Auftraggeber bewusst im Irrglauben darüber lässt, handelt mindestens ordnungswidrig, in manchen Fällen wird dies auch als Betrug anzusehen sein.

Q? Der Architekt – Hat er die Kosten im Griff?

A.

Die Kostenkontrolle ist ein integraler Bestandteil der Planung. Die Kosten werden anfangs budgetiert, während des Planungsfortschrittes werden mehrere Kostenermittlungen, mit zunehmender Detaillierung und Genauigkeit aufgestellt. Die Kostenkontrolle, also der fortlaufende stetige Vergleich ist Standard.

Q? Der Architekt – Ist er teuer?

A.

Nein.  Eine aktuelle Untersuchung des Bundeswirtschaftsministerium bestätigt: Die klassische Baumethode, nämlich das Bauen mit dem freien Architekten, kommt dem Auftraggeber, unter dem Strich, am günstigsten.

 

Unabhängig Planung - exakte Ausschreibung - gewerkeweise Einzelvergabe und gewissenhafte Prüfung der Handwerkerrechnungen durch den Architekten führt am Ende zu einem finanziell deutlich günstigeren Ergebnis als die „Schlüsselfertige“ Beauftragung an einen Bauträger oder Bauunternehmer.

 

Zusammengefasst:  Für das selbe Geld, oder sogar für weniger, als Sie für ein „Allerweltskataloghaus“, vielleicht mit ein paar modischen Anpassungen, zahlen, können Sie auch "Ihr Haus", also ein individuelles und ganz auf Bedürfnisse zugeschnittenes Architektenhaus haben, das über viele Jahrzehnte einen soliden wirtschaftlichen und einen hohen ideellen Wert darstellt.

Q? Genügt zum Bauen der Bauunternehmer?

A.

Ohne Pläne kann auch er nicht bauen. Wo er sie anfertigen lässt, wissen Sie nicht und Sie können darauf auch keinen Einfluss mehr nehmen.

Vielleicht plant das Bauunternehmen auch selbst. Die Pläne zahlen Sie trotzdem,  auch wenn sie nicht gesondert auf der Rechnung erscheinen. Immer sind sie im Gesamtpreis einkalkuliert, also mit inbegriffen. Was Sie vermeintlich gespart haben zahlen Sie also unter dem Strich mit höheren Baukosten.

 

"Planung und Ausführung in einer Hand" ?  Was sich in der Werbung von Baufirmen zunächst scheinbar vernünftig und wirtschaftlich anhört, führt in der Praxis häufig genau zum Gegenteil. Der Schlüsselfertig-Bauunternehmer will dem Bauherrn sein Produkt verkaufen. Kann man es einem Bauunternehmen, das zugleich auch plant, verdenken, wenn bei der Planung weniger Gestaltungs- und Qualitätskriterien als vielmehr die eigene Rendite im Vordergrund steht?

Nachdem der Pauschalpreis vorweg fixiert ist, macht der Unternehmer seinen Gewinn damit, dass er spart, also möglichst wenig für den Bau ausgibt. Das geht zulasten der Qualität. (Und wenn der Bauherr dann später doch noch das eine oder andere Extra oder nur kleine Änderungen wünscht ist er seinem Gegenüber quasi 'ausgeliefert' und wird nach allen Regeln der Kunst 'abkassiert'.)

 

Damit gibt es von Anfang an einen ganz klaren Interessenskonflikt.


Planung und Ausführung trennen. – Das ist ein bewährter Grundsatz.

 

Beim Planen und Bauen mit dem Architekten wird die Planung bis zum fertigen Entwurf im persönlichen Gespräch mit dem Bauherrn entwickelt. Der Architekt holt die verschiedenen Angebote ein und stellt genaue Leistungsverzeichnisse auf. Er prüft und vergleicht sie nicht nur in Hinblick auf die Kosten, sondern auch auf die Qualität und Vollständigkeit der angebotenen Leistungen. Der Architekt berät mit seinem ganzen Fachwissen, der Bauherr entscheidet.

 

Die Bauausführung gehört in die Hände ausgewählter, fachkundiger Firmen und Handwerker. Im Interesse des Bauherrn koordiniert und kontrolliert der Architekt alle am Bau Beteiligten. Nur so wird für den Bauherrn die jederzeitige Einflussnahme in allen Phasen des Planens und Bauens garantiert.

 

Mit Ihrem Architekten haben Sie einen unabhängigen Berater, der frei von Unternehmens-,  Lieferanten- und Bankinteressen ist. 

Q? Der Architekt – Braucht man ihn überhaupt?

A.

Bauen ist kein Selbstzweck, Bauen ist für viele Bauherren eine Notwendigkeit, um eine bestehende Situation zu verbessern. Etwa um besser zu wohnen, effektiver arbeiten oder kostengünstiger produzieren zu können.

Bauen bedeutet erst einmal Staub und Lärm, bereitet Umstände und vor allem kostet es viel Geld. Außerdem kostet es Zeit und damit schon wieder Geld, etwa für Zinsen, Produktionsausfälle, Provisorien. Deshalb ist Bauen eine viel zu wichtige Sache um unorganisiert vorzugehen, oder sich Zufällen auszuliefern.

 

Die beste Vorsorge gegen Unannehmlichkeiten beim Bauen ist eine gute Planung. Die Planung betrifft dabei nicht nur das gewünschte Endergebnis, sondern auch den Ablauf, also den Weg auf das Ergebnis hin. Jeder gute Architekt weiß das.

Q? Der Architekt – Was wünscht er sich vom Bauherrn?

A.

Lassen Sie uns genug Zeit zum planen. Freunden Sie sich mit der Entwurfsidee an und lassen Sie sich die Intentionen erklären. Denken Sie sich rechtzeitig in den Plan ein und fragen Sie, falls Ihnen etwas unklar ist, sofort nach. Sprechen Sie direkt an, was Ihnen gefällt und was vielleicht anders werden sollte. Als Architekten brauchen wir diesen Gedankenaustausch, damit der Entwurf, zu Ihrer vollen Zufriedenheit, optimiert werden kann, bevor es los geht.

Und ändern Sie nichts wesentliches mehr, wenn der Bauantrag eingereicht ist.

Q? Der Architekt –Wie steht er zum Bauherrn?

A.

Der Architekt ist nicht nur beauftragter Entwerfer und Planer, ist vor allem Berater und Treuhänder seines Bauherrn. Er setzt dessen Vorstellungen in Pläne um, berät ihn (in einigen Fällen bereits bei der Grundstückssuche), entwickelt ein brauchbares Programm und betreut das Bauvorhaben bis zur Fertigstellung.

Er wahrt die Belange des Bauherrn in jeder Hinsicht, er zeigt ihm die Tragweite von Entscheidungen auf, er schützt ihn vor Übervorteilungen und bewahrt ihn nach Möglichkeit vor Fehlentscheidungen.

Q? Der Architekt –Versucht er, seine eigenen Denkmäler zu bauen?

A.

Manche glauben das. Mag sein, dass das für manche Architekten auch zutrifft.

Die Frage beantworten wir für uns so: Wir wollen uns kein Denkmal setzen. Wir wollen den Auftraggeber zufrieden stellen. Wir wollen die Möglichen von Gestalt, Konstruktion, Material, Raumproportion und Farbe ausschöpfen. Wenn dieses Bemühen, dann auch zu bemerkenswerter und gelungener Architektur führt, nützt es dem Bauherrn, erfreut die Allgemeinheit ehrt den Architekten.

Q? Der Architekt – Wie arbeitet er?

A.

Die Arbeit der Architekten beginnt mit der Grundlagenermittlung. Der Architekt berät den Bauherrn und klärt die Aufgabenstellung.

In der Vorplanung werden diese Ergebnisse mit den Wünschen des Auftraggebers in Einklang gebracht: Ein Planungskonzept wird mit ersten Skizzen erarbeitet. Bei schwierigeren Fällen kann zusätzlich eine Bauvoranfrage eingereicht werden, die die Genehmigungsfähigkeit des Vorhabens klärt.


Hat sich der Auftraggeber für eine Vorplanungsvariante entschieden, beginnt mit der Entwurfsplanung die stufenweise Durcharbeitung des Konzepts. Andere Fachleute, z.B. der Statiker, werden einbezogen und mit den Behörden Vorgespräche geführt.

 

Der nächste Schritt ist die Genehmigungsplanung. Die Pläne werden mit Verwendung der Beiträge anderer Fachleute vervollständigt und bei der Bauaufsichtsbehörde eingereicht.

 

Nach der Genehmigung des Vorhabens beginnt die Ausführungsplanung mit allen wesentlichen Details für die Bauausführung.

Zugleich erstellt der Architekt für die Vorbereitung der Vergabe Aufträge an die Firmen  Massenermittlungen und Leistungsverzeichnisse. Der Architekt berät bei der Auftragsvergabe.


Der Bau beginnt – im Rahmen der Bauleitung steuert und kontrolliert der Architekt den Baufortschritt. Er prüft eingehende Rechnungen, überwacht die Beseitigung etwaiger Mängel bei der Bauausführung.

 

Nach Fertigstellung wird das Gebäude dokumentiert und übergeben. Der Architekt steht im Rahmen der Objektbetreuung innerhalb der Gewährleistungszeit für eventuelle Nachbesserungen der Baufirmen beratend zur Seite und kümmert sich um die mangelfreie Fertigstellung.

Q? Der Architekt – Was tut er?

A.

Der Architekt berät und organisiert nach den Bedürfnissen des Bauherrn und den Erfordernissen der Aufgabe. Er hört die Wünsche des Bauherrn an, reflektiert sie und berät. Zusammen mit dem Bauherrn analysiert er den Bedarf, entwickelt Konzepte und konkretisiert aus den Wünschen eine klare Aufgabenstellung als Arbeitsgrundlage. Dabei hat er die äußeren Zwänge - meist die Faktoren Baugrund, Geld und Zeit - von Anfang an zu berücksichtigen.

Der Architekt entwirft. Er sondiert das Machbare verhandelt mit den Behörden und reicht die Genehmigungsunterlagen ein.

Der Architekt konstruiert und detailliert, holt Angebote ein und prüft sie kritisch.Er überwacht die Bauausführung und kontrolliert die Handwerkerrechnungen. Und bei all diesen verschiedenartigen Tätigkeiten darf er selbstverständlich eines nie aus dem Blick verlieren: das Budget.

Die nötigen Arbeitsschritte des Architekten hat der Gesetzgeber in einem Leistungsbild sammengefasst. Am Ende dieser Tätigkeiten entsteht idealerweise ein Bauwerk, das den Bedürfnissen und Wünschen des Auftraggebers entspricht, langlebig und wohlgestaltet ist und damit werthaltig bleibt. Dabei muss nicht nur die Errichtung im Kostenrahmen geblieben sein, auch die Wirtschaftlichkeit bei der Nutzung muss gewährleistet sein.

Außer Neubauten gibt es natürlich noch viele andere Aufgabenstellungen an den Architekten: Umbauten und Instandsetzungen, Innenraum- und Freianlagengestaltungen, städtebauliche Planungen, Verkehrsanlagen und vieles mehr. Im übertragenen Sinne, gilt hierfür das gleiche.

Q? Der Architekt – Was ist er?

A.

Ein Techniker, sagen die einen. Ein Künstler sagen die anderen. Ein Manager meinen manche. So gesehen ist das alles zu oberflächlich und nicht unbedingt treffend.

Der Gesetzgeber hat seine Aufgaben so definiert: "Berufsaufgabe des Architekten ist die gestaltende, technische und wirtschaftliche Planung von Bauwerken oder im Städtebau", wozu auch "die Beratung, Betreuung und Vertretung des Bauherrn in den mit der Planung und Durchführung eines Vorhabens zusammenhängenden Fragen sowie die Überwachung der Ausführung" gehört.

Wir sehen das auch so: Zuallererst ist der Architekt der Berater und Sachwalter des Bauherrn. Daran orientieren sich alle anderen Tätigkeiten: als Entwerfer, Gestalter, Verhandlungspartner bei Behörden, Konstrukteur, Techniker, Organisator, und so weiter…

Q? Was ist ein Blower-Door-Test?

A.

Es ist immer wieder zu hören, dass Gebäude atmen müssen, und niemand wie in einer Plastiktüte wohnen möchte. Selbstverständlich muss ein bewohntes Gebäude ausreichend belüftet werden, aber dies sollte nicht durch eine undichte Gebäudehülle, sondern über das kurzzeitige Öffnen von Fenster und Türen oder aber über Lüftungsanlagen erfolgen. In einem tropischen Gewächshaus aus Glas käme keiner auf die Idee, dass hier eine lebensfeindliche Atmosphäre herrschen könnte. Glas ist aber bei weitem dichter als jede Plastiktüte.

Die Herstellung einer dichten Gebäudehülle, eventuell auch unter Verwendung von Kunststofffolien, verhindert aber bei fachgerechter Ausführung Feuchtigkeitsschäden besonders im Wand- und Dachbereich. Luftdichte Gebäude sind behaglicher, weil Zuglufterscheinungen vermieden werden können. Außerdem benötigen sie weniger Heizenergie. Um die Luftdichtigkeit eines Hauses feststellen zu können, wurden spezielle Ventilatoren entwickelt: Gebläse, die in Haustür oder Fenster gespannt werden und die eine definierte Menge an Luft hinaus- oder hineinblasen. Der Druckverlust, der durch Leckagen zustande kommt, kann so einfach gemessen werden. Um mit geringem Energieeinsatz eine große Wohnbehaglichkeit zu erreichen, sollte die Außenhülle eines Gebäudes möglichst luftdicht sein. Hier gewinnen Sie durch den im Fachjargon "Differenzdruck-Messverfahren" oder "Blower-Door-Test" genannten Luftdichtigkeitstest wertvolle Erkenntnisse.
Der Test simuliert eine konstante Windlast auf das untersuchte Gebäude. Mögliche Leckagen werden aufgespürt und die Luftwechselrate bestimmt.
Die EnEV (Energieeinsparverordnung) honoriert die Durchführung der Blower-Door-Messung. Bei Niedrigenergiehäusern und Passivhäusern ist der Nachweis inzwischen Pflicht.

In eine Bauwerksöffnung (z.B. Fenster, Tür) wird ein spezieller Ventilator  luftdicht eingebaut. Dieser Ventilator, der in Größe und Leistung definiert ist, wird entweder Luft hinaus drücken oder auch herein saugen. Dadurch entsteht eine Druckdifferenz zwischen Außen und Innen. Der Luftverlust eines Gebäudes wird messbar.
Dieser gemessene Luftverlust wird durch den Wert "n50" beziffert. Dieser sagt aus, wie hoch die "Luftwechselrate" während einer Stunde innerhalb des Gebäudes ist. Der Blower-Door-Test dient auch als ein Qualitätsmerkmal bei der Erstellung von Neubauten.