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Die Berufsbezeichnung "Architekt" ist gesetzlich geschützt. Die Zugangsvoraussetzungen zum Architektenberuf sind strikt geregelt. Zunächst bedarf es des Studiums der Architektur an einer Universität oder Hochschule.

Der erfolgreiche Abschluss berechtigt noch nicht dazu sich "Architekt" zu nennen. Vor die Eintragung in die Architektenliste, wird eine dreijährige Berufspraxis unter Anleitung eines eingetragenen Architekten vorausgesetzt. Während dieser "Lehrzeit" muss der "Absolvent im Praktikum" alle grundlegenden Tätigkeiten, vom Entwurf über die technische und wirtschaftliche Planung, Bauleitung und Abrechnung durchlaufen. Flankiert wird dies durch entsprechende theoretische Lehrgänge der Architektenkammer. Erst dann sind die  Voraussetzungen der Eintragung erfüllt. Erst dann kann sich der Architekt niederlassen. Und die Berufsordnung verlangt ihm allerdings auch dann noch die laufende Fortbildung ab.

 

Diese Vorschriften dienen letztlich dem Schutz des Bauherrn, der sich bei Beauftragung eines Architekten auf ein hohes Niveau verlassen können soll, sind also, im besten Sinne, Verbraucherschutz. Wer sich als Architekt bezeichnet ohne Architekt zu sein, oder einen Auftraggeber bewusst im Irrglauben darüber lässt, handelt mindestens ordnungswidrig, in manchen Fällen wird dies auch als Betrug anzusehen sein.

Die Kostenkontrolle ist ein integraler Bestandteil der Planung. Die Kosten werden anfangs budgetiert, während des Planungsfortschrittes werden mehrere Kostenermittlungen, mit zunehmender Detaillierung und Genauigkeit aufgestellt. Die Kostenkontrolle, also der fortlaufende stetige Vergleich ist Standard.

Bauen ist kein Selbstzweck, Bauen ist für viele Bauherren eine Notwendigkeit, um eine bestehende Situation zu verbessern. Etwa um besser zu wohnen, effektiver arbeiten oder kostengünstiger produzieren zu können.

Bauen bedeutet erst einmal Staub und Lärm, bereitet Umstände und vor allem kostet es viel Geld. Außerdem kostet es Zeit und damit schon wieder Geld, etwa für Zinsen, Produktionsausfälle, Provisorien. Deshalb ist Bauen eine viel zu wichtige Sache um unorganisiert vorzugehen, oder sich Zufällen auszuliefern.

 

Die beste Vorsorge gegen Unannehmlichkeiten beim Bauen ist eine gute Planung. Die Planung betrifft dabei nicht nur das gewünschte Endergebnis, sondern auch den Ablauf, also den Weg auf das Ergebnis hin. Jeder gute Architekt weiß das.

Lassen Sie uns genug Zeit zum planen. Freunden Sie sich mit der Entwurfsidee an und lassen Sie sich die Intentionen erklären. Denken Sie sich rechtzeitig in den Plan ein und fragen Sie, falls Ihnen etwas unklar ist, sofort nach. Sprechen Sie direkt an, was Ihnen gefällt und was vielleicht anders werden sollte. Als Architekten brauchen wir diesen Gedankenaustausch, damit der Entwurf, zu Ihrer vollen Zufriedenheit, optimiert werden kann, bevor es los geht.

Und ändern Sie nichts wesentliches mehr, wenn der Bauantrag eingereicht ist.

Der Architekt ist nicht nur beauftragter Entwerfer und Planer, ist vor allem Berater und Treuhänder seines Bauherrn. Er setzt dessen Vorstellungen in Pläne um, berät ihn (in einigen Fällen bereits bei der Grundstückssuche), entwickelt ein brauchbares Programm und betreut das Bauvorhaben bis zur Fertigstellung.

Er wahrt die Belange des Bauherrn in jeder Hinsicht, er zeigt ihm die Tragweite von Entscheidungen auf, er schützt ihn vor Übervorteilungen und bewahrt ihn nach Möglichkeit vor Fehlentscheidungen.

Manche glauben das. Mag sein, dass das für manche Architekten auch zutrifft.

Die Frage beantworten wir für uns so: Wir wollen uns kein Denkmal setzen. Wir wollen den Auftraggeber zufrieden stellen. Wir wollen die Möglichen von Gestalt, Konstruktion, Material, Raumproportion und Farbe ausschöpfen. Wenn dieses Bemühen, dann auch zu bemerkenswerter und gelungener Architektur führt, nützt es dem Bauherrn, erfreut die Allgemeinheit ehrt den Architekten.

Die Arbeit der Architekten beginnt mit der Grundlagenermittlung. Der Architekt berät den Bauherrn und klärt die Aufgabenstellung.

In der Vorplanung werden diese Ergebnisse mit den Wünschen des Auftraggebers in Einklang gebracht: Ein Planungskonzept wird mit ersten Skizzen erarbeitet. Bei schwierigeren Fällen kann zusätzlich eine Bauvoranfrage eingereicht werden, die die Genehmigungsfähigkeit des Vorhabens klärt.


Hat sich der Auftraggeber für eine Vorplanungsvariante entschieden, beginnt mit der Entwurfsplanung die stufenweise Durcharbeitung des Konzepts. Andere Fachleute, z.B. der Statiker, werden einbezogen und mit den Behörden Vorgespräche geführt.

 

Der nächste Schritt ist die Genehmigungsplanung. Die Pläne werden mit Verwendung der Beiträge anderer Fachleute vervollständigt und bei der Bauaufsichtsbehörde eingereicht.

 

Nach der Genehmigung des Vorhabens beginnt die Ausführungsplanung mit allen wesentlichen Details für die Bauausführung.

Zugleich erstellt der Architekt für die Vorbereitung der Vergabe Aufträge an die Firmen  Massenermittlungen und Leistungsverzeichnisse. Der Architekt berät bei der Auftragsvergabe.


Der Bau beginnt – im Rahmen der Bauleitung steuert und kontrolliert der Architekt den Baufortschritt. Er prüft eingehende Rechnungen, überwacht die Beseitigung etwaiger Mängel bei der Bauausführung.

 

Nach Fertigstellung wird das Gebäude dokumentiert und übergeben. Der Architekt steht im Rahmen der Objektbetreuung innerhalb der Gewährleistungszeit für eventuelle Nachbesserungen der Baufirmen beratend zur Seite und kümmert sich um die mangelfreie Fertigstellung.

Der Architekt berät und organisiert nach den Bedürfnissen des Bauherrn und den Erfordernissen der Aufgabe. Er hört die Wünsche des Bauherrn an, reflektiert sie und berät. Zusammen mit dem Bauherrn analysiert er den Bedarf, entwickelt Konzepte und konkretisiert aus den Wünschen eine klare Aufgabenstellung als Arbeitsgrundlage. Dabei hat er die äußeren Zwänge - meist die Faktoren Baugrund, Geld und Zeit - von Anfang an zu berücksichtigen.

Der Architekt entwirft. Er sondiert das Machbare verhandelt mit den Behörden und reicht die Genehmigungsunterlagen ein.

Der Architekt konstruiert und detailliert, holt Angebote ein und prüft sie kritisch.Er überwacht die Bauausführung und kontrolliert die Handwerkerrechnungen. Und bei all diesen verschiedenartigen Tätigkeiten darf er selbstverständlich eines nie aus dem Blick verlieren: das Budget.

Die nötigen Arbeitsschritte des Architekten hat der Gesetzgeber in einem Leistungsbild sammengefasst. Am Ende dieser Tätigkeiten entsteht idealerweise ein Bauwerk, das den Bedürfnissen und Wünschen des Auftraggebers entspricht, langlebig und wohlgestaltet ist und damit werthaltig bleibt. Dabei muss nicht nur die Errichtung im Kostenrahmen geblieben sein, auch die Wirtschaftlichkeit bei der Nutzung muss gewährleistet sein.

Außer Neubauten gibt es natürlich noch viele andere Aufgabenstellungen an den Architekten: Umbauten und Instandsetzungen, Innenraum- und Freianlagengestaltungen, städtebauliche Planungen, Verkehrsanlagen und vieles mehr. Im übertragenen Sinne, gilt hierfür das gleiche.

Ein Techniker, sagen die einen. Ein Künstler sagen die anderen. Ein Manager meinen manche. So gesehen ist das alles zu oberflächlich und nicht unbedingt treffend.

Der Gesetzgeber hat seine Aufgaben so definiert: "Berufsaufgabe des Architekten ist die gestaltende, technische und wirtschaftliche Planung von Bauwerken oder im Städtebau", wozu auch "die Beratung, Betreuung und Vertretung des Bauherrn in den mit der Planung und Durchführung eines Vorhabens zusammenhängenden Fragen sowie die Überwachung der Ausführung" gehört.

Wir sehen das auch so: Zuallererst ist der Architekt der Berater und Sachwalter des Bauherrn. Daran orientieren sich alle anderen Tätigkeiten: als Entwerfer, Gestalter, Verhandlungspartner bei Behörden, Konstrukteur, Techniker, Organisator, und so weiter…

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